Andacht zum Sonntag Palmarum am 05. April 2020

Liebe Gemeinde,

die große Frage der letzten Woche war – so schien es mir: Was ist jetzt besonders wichtig? Oder sogar, was ist derzeit das Wichtigste?

Ist es das Wichtigste zu wissen, wann die großen Einschränkungen der letzten drei Wochen, die uns allen ja zu schaffen machen, aufgelockert oder aufgehoben werden?

Oder ist es das Wichtigste, jetzt schnell einen Plan für die Wirtschaft zu entwickeln, um die Arbeitsplätze und die Existenz vieler zu retten?

Oder ist es das Wichtigste alle Kraft und Energie da hinein zu verwenden, das schlimme Corona-Virus zu besiegen und die, die daran erkrankt sind, zu heilen?
Es waren wichtige Fragen, die in Politik und den Medien rauf und runter diskutiert wurden und die eine Antwort brauchen, weil diese Fragen uns alle bewegen.
Wie sehr sehnen wir uns danach, endlich wieder unbeschwert zusammen kommen zu können mit der ganzen Familie, in der Gemeinde, in den Vereinen oder einfach nur in einem Straßencafé oder einem Restaurant? Und wie gut täte es, wenigstens zu wissen, wann wir wieder anfangen können, Pläne zu schmieden, statt zu Hause nur auszuharren?
Wie groß ist schon jetzt die Sorge vieler um ihre Existenz, auch hier bei uns im behüteten Meerbusch: Nachbarn, Freunde, Familienangehörige, die in Kurzarbeit gehen müssen, Gastronomen und Geschäftsleute, die trotz laufender Kosten keine oder kaum Einnahmen haben, kleine und große Betriebe, die um ihre Existenz fürchten, weil sie eben nicht so arbeiten können, wie sie es wollen.
Und wie wichtig ist es, dass die Menschen, die krank sind, wissen, dass alles getan wird, damit sie gut versorgt sind, damit sie wieder gesund werden können. Und das gilt ja nicht nur für die, die jetzt an diesem Virus erkrankt sind.

Was ist wirklich wichtig, was ist das Wichtigste?
In diese aktuellen Fragen hinein begegnet uns als Predigttext für Palmsonntag die Erzählung von der Salbung Jesu (Markus 14,3-9).
Nach seinem großartigen, fast königlichen Einzug in Jerusalem (der diesem Sonntag ja seinen Namen gibt), überschlagen sich die Ereignisse: Jesus predigt, heilt, streitet, eckt an, und das Unheil bahnt sich an. Aber in dieser kurzen Zeit zwischen Jesu Einzug in Jerusalem und seiner Verhaftung und seinem Tod am Kreuz, gibt es immer auch Momente der Ruhe und des Innehaltens. So erzählt der Evangelist Markus, dass Jesus zwei Tage vor dem Passafest sich zusammen mit seinen Jüngern in Bethanien zurückzieht. Dort nun dringt eine Frau in die traute Männerrunde ein (das allein war schon ein Skandal) und was sie tut, löst großen Unmut unter den Männern aus: sie salbt Jesus mit einem teuren Öl:
„Was soll diese Vergeudung des teuren Salböls? Wäre es nicht besser und wichtiger gewesen, das Öl zu verkaufen und den Erlös dann den Armen zu geben?“
So fragen die Jünger barsch, aber Jesus, der nie einen Kult um seine Person haben wollte, verteidigt das Handeln der Frau und weist seine Freunde zurecht. „Sie hat ein gutes Werk getan, vielleicht werdet Ihr irgendwann erkennen, dass das, was sie tat, jetzt genau das Wichtigste war.“

Die Frau hat nämlich mehr gesehen und verstanden, als die Freunde, die täglich an Jesu Seite waren.
Sie hat in Jesus Beides erkannt: Den Menschen Jesus, der in jenen Tagen Angst hatte, angesichts dessen, was ihn noch erwartet –Verrat, Verleumdung, Verspottung, Folter und Tod –, und deshalb hat sie ihm Gutes getan, um ihn zu stärken, zu trösten und das Gefühl zu geben, er ist nicht allein.

Und sie hat in Jesus den Gesandten Gottes erkannt, den Gesalbten, den Messias, den Christus: Keiner, der Anspruch auf Herrschaft erhebt, sondern einer, der in Gottes Namen wirkt und handelt, der Gott in seinem Handeln immer wieder ein Gesicht, Hand und Fuß - seinen Namen - gegeben hat.
Sie hat in Beidem das gesehen, was wirklich wichtig war – an jenem Abend in Bethanien – und was bis heute im Leben überhaupt wichtig ist: das Bekenntnis zum liebenden Gott und den Mut aus diesem Bekenntnis heraus zu handeln.
Was das heute für uns bedeutet? Was derzeit wirklich wichtig, richtig und gut ist?
Eine Antwort zur Lösung für die großen Probleme habe ich nicht. Diese kann wohl auch kein Mensch und auch keine Nation alleine finden. Aber ich bin gewiss, dass das Vertrauen auf Gott und darauf, dass er auch aus dem Bösesten noch Gutes entstehen lassen kann, und der sorgsame und liebevolle Blick auf das, was um uns herum geschieht, uns helfen wird, diese Zeit zu überstehen und in aller Distanz füreinander da zu sein.
Aus diesem Vertrauen heraus können wir jeden Tag von Neuem erkennen, dass das Wichtigste im Leben die Menschen und Gottes gute Schöpfung sind, denen wir liebevoll und mitunter verschwenderisch begegnen können – wie eben jene Frau in Bethanien.

Ich hoffe und bete, dass die, die in unserer Welt Verantwortung tragen, genau das erkennen und danach handeln für die Menschen und für Gottes Schöpfung.
In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich, und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Sie fest in seiner liebevollen Hand!
Ihre Karin Schwark


Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde.
Heute wird getan oder auch vertan,
worauf es ankommt, wenn er kommt.

1) Der Herr wird nicht fragen: Was hast du gespart, was hast du alles besessen?
Seine Frage wird lauten: Was hast du geschenkt, wen hast du geschätzt um meinetwillen?

2) Der Herr wird nicht fragen: Was hast du gewusst, was hast du Gescheites gelernt?
Seine Frage wird lauten: was hast du bedacht, wem hast du genützt um meinetwillen?

3) Der Herr wird nicht fragen: Was hast Du beherrscht, was hast Du Dir unterworfen?
Seine Frage wird lauten: Wem hast Du gedient, wen hast du umarmt, um meinetwillen?

4) Der Herr wird nicht fragen: Was hast Du bereist, was hast Du Dir leisten können?
Seine Frage wird lauten: Was hast Du gewagt, wen hast Du befreit um meinetwillen?

5) Der Herr wird nicht fragen: Was hast Du gespeist, was hast Du Gutes getrunken?
Seine Frage wird lauten: Was hast Du geteilt, wen hast du genährt um meinetwillen?

6) Der Herr wird nicht fragen: Was hast Du geglänzt, was hast Du Schönes getragen?
Seine Frage wird lauten: Was hast Du bewirkt, wen hast Du gewärmt um meinetwillen?

7) Der Herr wird nicht fragen: Was hast Du gesagt? Was hast Du alles versprochen?
Seine Frage wird lauten: Was hast Du getan, wen hast Du geliebt um meinetwillen?

8) Der Herr wird nicht fragen: Was hast Du erreicht, was hast Du Großes gegolten?
Seine Frage wird lauten: Hast du mich erkannt? Ich war dein Bruder um deinetwillen!
Text: Alois Albrecht

∗ Andacht vom Sonntag Judika 29.3.2020 ∗

Liebe Gemeinde, in einem kleinen Lied heißt es: „Weißt Du, wo der Himmel ist? Draußen oder drinnen? Eine Handbreit rechts und links – Du bist mittendrinnen!“
Aus vielen Nachrichten und Telefonaten mit Ihnen und Euch in der letzten Woche weiß ich, dass das schöne Wetter als Segen und geradezu himmlisch empfunden wird. Wir können uns draußen aufhalten, ein wenig im Garten wühlen – so ein wenig Normalität empfinden ...

∗ Sonntagsandacht vom 22. März 2020 ∗

Liebe Gemeinde, für viele von uns ist der Gottesdienst der Mittelpunkt des Gemeindelebens. Die gemeinsame sonntägliche Feier fehlt – auch uns Pfarrerinnen. Deshalb werden wir, solange wir nicht in unseren Kirchen zusammenkommen können, auf dieser Seite eine kurze Andacht zum Thema des jeweiligen Sonntages veröffentlichen. Im Vertrauen, dass wir auch dadurch miteinander verbunden sind.


Gemeindebüro

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